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ZTNA und IAM: starke Kombination für sicheren digitalen Zugriff

Technisch27. Feb. 2025Open Systems
ZTNA und IAM: starke Kombination für sicheren digitalen Zugriff

Unternehmen setzen heute zunehmend auf Cloud-Dienste, hybride Netzwerke und Remote-Arbeit. Diese Entwicklung bringt komplexe Sicherheitsherausforderungen mit sich und verlangt nach robusten, flexiblen Ansätzen, um Daten zu schützen und Zugriffe zu steuern. Zwei zentrale Frameworks für diese Aufgaben sind Zero Trust Network Access (ZTNA) und Identity and Access Management (IAM). Jedes bietet für sich klare Vorteile - erst gemeinsam eingesetzt ergeben sie jedoch eine umfassende Sicherheitslösung.

Zero Trust Network Access (ZTNA) verstehen

Zero Trust ist ein Sicherheitsmodell nach dem Prinzip „never trust, always verify“. Während traditionelle Netzwerksicherheitsmodelle Benutzern und Geräten vertrauen, sobald sie sich innerhalb des Netzwerkperimeters befinden, geht Zero Trust davon aus, dass jede Anfrage potenziell bösartig ist - egal ob sie von innen oder von außen kommt. ZTNA verlangt die kontinuierliche Überprüfung von Benutzern, Geräten, Anwendungen und Daten, unabhängig von deren Standort. Der Zugriff folgt dem Least-Privilege-Prinzip: Benutzer erhalten nur die minimalen Rechte, die sie für ihre Aufgaben benötigen. Dieses Modell entschärft Insider-Bedrohungen und senkt das Risiko durch externe Angreifer.

Was ist Identity and Access Management (IAM)?

Identity and Access Management (IAM) umfasst die Prozesse und Technologien, die sicherstellen, dass die richtigen Personen (oder Systeme) zur richtigen Zeit angemessenen Zugriff auf Ressourcen erhalten. IAM-Lösungen verwalten Benutzeridentitäten und steuern den Zugriff auf Unternehmensressourcen, in der Regel durch Authentifizierung und Autorisierung der Benutzer.

Zu den Kernkomponenten von IAM gehören:

  • Single Sign-On (SSO): Vereinfacht die Anmeldung, weil Benutzer mit einem einzigen Satz an Zugangsdaten auf mehrere Anwendungen zugreifen können.

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Erhöht die Sicherheit, indem vor der Zugriffsfreigabe mehrere Verifizierungsformen verlangt werden.

  • Role-Based Access Control (RBAC): Beschränkt den Zugriff auf Basis der Rollen, die Benutzern zugewiesen sind.

  • User Provisioning und Deprovisioning: Automatisiert das Anlegen, Ändern und Löschen von Benutzerkonten, damit Zugriffsrechte stets zur jeweiligen Funktion passen.

Die Synergie zwischen Zero Trust und IAM

Zero Trust und IAM sind schon einzeln stark - gemeinsam implementiert entsteht jedoch eine gehärtete Sicherheitsinfrastruktur, die sich an moderne Bedrohungen besser anpasst und schneller auf sie reagiert. Die wichtigsten Gründe, warum diese beiden Frameworks Hand in Hand gehen:

Kontinuierliche Überprüfung und Authentifizierung

Zero Trust beruht darauf, Benutzer und Geräte fortlaufend zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie für den Zugriff auf bestimmte Ressourcen autorisiert sind. Ein IAM-System ermöglicht die sichere Authentifizierung über Methoden wie MFA oder adaptive Authentifizierung. MFA kann innerhalb eines Zero-Trust-Modells als Schlüsselwerkzeug dienen: Der Zugriff auf kritische Anwendungen wird erst gewährt, wenn mehrere Faktoren bestätigt sind - unabhängig von Standort oder Gerät des Benutzers. Ohne IAM wäre es kaum möglich, eine konsistente und sichere Authentifizierung über alle Benutzerinteraktionen hinweg durchzusetzen - das Zero-Trust-Modell bliebe wirkungslos.

Granulare Zugriffskontrolle

Zero Trust folgt dem Least-Privilege-Prinzip: Benutzer erhalten nur Zugriff auf die Ressourcen, die sie wirklich benötigen. IAM-Werkzeuge wie RBAC und Attribute-Based Access Control (ABAC) sind unverzichtbar, um diese Zugriffsrichtlinien zu definieren und zu verwalten. Wer IAM mit ZTNA integriert, kann granulare, rollenbasierte Zugriffsrichtlinien auf sehr spezifischer Ebene durchsetzen und sicherstellen, dass nur autorisierte Benutzer auf sensible Daten zugreifen. Das minimiert den „Blast Radius“ im Fall eines Angriffs, weil Angreifer sich nicht lateral im Netzwerk bewegen können.

Dynamischer Zugriff je nach Kontext

Zero Trust ist dynamisch: Der Zugriff hängt nicht nur von der Identität eines Benutzers ab, sondern auch von Kontextfaktoren wie Gerät, Standort und Verhalten. IAM-Systeme mit kontextbezogener Authentifizierung ermöglichen flexiblere, adaptive Kontrollen. So kann ein IAM-System Zero Trust unterstützen, indem es ungewöhnliche Anmeldeorte oder Geräte markiert, die nicht zum typischen Verhalten eines Benutzers passen. Meldet sich ein Mitarbeiter von einem unbekannten Standort an, kann IAM im Rahmen des Zero-Trust-Ansatzes zusätzliche Authentifizierungsprüfungen auslösen (z. B. Biometrie oder Einmalpasswörter), um sicherzustellen, dass der Benutzer weiterhin autorisiert ist.

Automatisiertes User-Lifecycle-Management

IAM-Systeme automatisieren Provisioning und Deprovisioning von Benutzern und stellen sicher, dass Zugriffsrechte immer zur Rolle und zum Status einer Person im Unternehmen passen. In Kombination mit Zero Trust wird das noch wichtiger, denn Zero Trust verlangt eine permanente Echtzeitbewertung der Zugriffsberechtigungen. Dank automatisierter IAM-Prozesse lassen sich die Rechte von Benutzern, die das Unternehmen verlassen oder die Rolle wechseln, sofort entziehen - das Risiko unbefugter Zugriffe sinkt. So verschwinden Schwachstellen durch Benutzer, die keinen Zugriff mehr benötigen - eine typische Falle in Unternehmen mit manuellen Zugriffskontrollprozessen.

Einheitliche Richtliniendurchsetzung

Zero-Trust-Sicherheit umfasst oft eine Vielzahl von Richtlinien und Kontrollen über Benutzer, Geräte, Anwendungen und Netzwerke hinweg. IAM spielt eine zentrale Rolle bei der Verwaltung der Richtlinien, die den Zugriff auf diese Ressourcen steuern. Durch die Integration von IAM und ZTNA können Unternehmen konsistente Zugriffsrichtlinien über alle Netzwerkebenen hinweg durchsetzen - Benutzer werden durchgängig anhand eines zentralen Regelwerks validiert und autorisiert. Ein einheitlicher Ansatz gewährleistet die nahtlose Durchsetzung von Richtlinien in Cloud-, On-Premises- und Hybrid-Umgebungen.

Die wichtigsten Vorteile der Kombination aus Zero Trust und IAM

  • Höhere Sicherheit: Gemeinsam reduzieren Zero Trust und IAM die Angriffsfläche drastisch, weil alle Benutzer und Geräte überprüft werden und der Zugriff auf das absolute Minimum beschränkt bleibt.

  • Reibungslose Benutzererfahrung: IAM vereinfacht die Authentifizierung und ermöglicht sicheren Ressourcenzugriff ohne unnötige Hürden - auch in einer Zero-Trust-Umgebung.

  • Compliance: Beide Frameworks helfen Unternehmen, regulatorische Anforderungen an Datenschutz und Privatsphäre zu erfüllen, indem sie strikte Zugriffskontrollen durchsetzen.

  • Schnellere Incident Response: Mit integriertem IAM und Zero Trust erkennen Unternehmen Bedrohungen schneller und reagieren zügiger - der potenzielle Schaden bleibt geringer.

Warum die Einführung von ZTNA anspruchsvoll sein kann

Die Implementierung von Zero Trust Network Access (ZTNA) kann für viele Unternehmen komplex und ressourcenintensiv sein. Eine der größten Herausforderungen: ZTNA erfordert einen tiefgreifenden Umbau bestehender Netzwerksicherheitsarchitekturen. Traditionelle Netzwerke arbeiten oft mit der Annahme eines vertrauenswürdigen Perimeters - der Wechsel zu einem Modell, in dem jede Zugriffsanfrage kontinuierlich überprüft wird, ob intern oder extern, fällt entsprechend schwer. Dieser Umstieg verlangt umfangreiche Planung, die Integration in bestehende Identity-and-Access-Management-Systeme (IAM) und den Aufbau granularer Richtlinien, die anhand sich wandelnder Risiken regelmäßig überarbeitet werden.

Hinzu kommt: ZTNA über unterschiedliche Umgebungen hinweg zu skalieren (Cloud, On-Premises, hybrid) und dabei eine nahtlose Benutzererfahrung zu bewahren, ist technisch anspruchsvoll. Ohne durchdachten Ansatz drohen Störungen, eine schlechte Benutzererfahrung oder Sicherheitslücken.

Mit einem Managed-Service-Partner, der sich mit ZTNA-Implementierungen bestens auskennt, lassen sich diese Herausforderungen jedoch entschärfen. Ein Managed Service Provider begleitet das Unternehmen durch einen stufenweisen Rollout und stellt sicher, dass die Lösung schrittweise eingeführt wird, ohne die Infrastruktur zu überlasten. Best Practices - etwa mit kritischen Anwendungen oder dem Zugriff von Drittparteien zu beginnen, bevor der vollständige Zugriff für Remote-Mitarbeitende folgt, Konfigurationen regelmäßig zu testen und kontinuierlich zu überwachen - sorgen für einen reibungslosen Übergang und dafür, dass sich die Sicherheitsrichtlinien mit den Anforderungen des Unternehmens weiterentwickeln. Mit der richtigen Expertise und Unterstützung bei Implementierung oder Migration ist ZTNA nicht nur machbar, sondern hochwirksam: mehr Sicherheit bei minimalen Betriebsunterbrechungen.

#ztna
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